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Ausrüstung6 min Lesezeit

Den richtigen Feuerlöscher für Ihr Gebäude

Welche Brandklassen gibt es und welcher Feuerlöscher eignet sich für welchen Einsatzbereich?

Feuerlöscher können Leben retten und größere Schäden verhindern – aber nur, wenn Sie den richtigen Typ für den jeweiligen Brand verwenden. Dieser Ratgeber hilft Ihnen bei der Auswahl.

Die fünf Brandklassen im Überblick

Brände werden je nach brennendem Material in fünf Brandklassen eingeteilt. Jede Brandklasse erfordert spezifische Löschmittel:

A

Brandklasse A – Feste Stoffe

Brennende feste Stoffe, hauptsächlich organischer Natur, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen.

Beispiele: Holz, Papier, Textilien, Kohle, Stroh

B

Brandklasse B – Flüssige Stoffe

Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen.

Beispiele: Benzin, Öl, Lacke, Teer, Wachs, Alkohol, Kunststoffe

C

Brandklasse C – Gasförmige Stoffe

Brände von Gasen unter Druck oder in flüssigem Zustand.

Beispiele: Methan, Propan, Wasserstoff, Acetylen, Erdgas, Stadtgas

D

Brandklasse D – Metalle

Brände von brennbaren Metallen.

Beispiele: Aluminium, Magnesium, Natrium, Kalium, Lithium

F

Brandklasse F – Speiseöle und -fette

Brände von Speiseölen und -fetten in Frittier- und Fettbackgeräten.

Beispiele: Pflanzenöle, Tierische Fette in Küchen und Großküchen

Welcher Feuerlöscher für welchen Einsatz?

ABC-Pulverlöscher – Der Allrounder

Der ABC-Pulverlöscher ist der vielseitigste Feuerlöscher und für die Brandklassen A, B und C geeignet.

Vorteile: Universell einsetzbar, kostengünstig, sehr effektiv
Nachteile: Löschpulver verursacht starke Verschmutzungen und kann elektronische Geräte beschädigen
Empfohlen für: Garagen, Werkstätten, Lager, Außenbereiche

Schaumlöscher – Für Wohn- und Bürobereiche

Schaumlöscher eignen sich für die Brandklassen A und B und hinterlassen deutlich weniger Verschmutzung.

Vorteile: Geringe Verschmutzung, rückstandsarm, für Innenräume optimal
Nachteile: Nicht für Gasbrände (Klasse C) geeignet
Empfohlen für: Wohnungen, Büros, Hotels, öffentliche Gebäude

CO2-Löscher – Für empfindliche Technik

CO2-Löscher sind ideal für die Brandklasse B und hinterlassen keinerlei Rückstände.

Vorteile: Rückstandsfrei, ideal für elektrische Anlagen und EDV
Nachteile: Nur für Brandklasse B, begrenzte Löschwirkung bei festen Stoffen
Empfohlen für: Serverräume, Labore, Elektroanlagen, Archive

Fettbrandlöscher – Speziell für Küchen

Fettbrandlöscher der Klasse F sind unverzichtbar in Küchen mit Fritteusen.

Vorteile: Speziell für brennende Öle und Fette entwickelt
Wichtig: Niemals Wasser bei Fettbränden verwenden – Explosionsgefahr!
Empfohlen für: Küchen, Restaurants, Großküchen, Kantinen

Wie viele Feuerlöscher brauche ich?

Die Anzahl der benötigten Feuerlöscher richtet sich nach der Grundfläche des Gebäudes und der Gefährdung:

  • Privathaushalt: Mindestens 1 Feuerlöscher mit 6 kg/Liter, empfohlen: je Etage einer
  • Gewerbebetriebe: Je nach Grundfläche und Brandgefährdung (siehe ASR A2.2)
  • Faustregel: Alle 20-30 Meter sollte ein Feuerlöscher erreichbar sein

Wartung nicht vergessen

Feuerlöscher müssen nach DIN 14406 alle 2 Jahre durch einen Sachkundigen geprüft werden. Die Prüfung umfasst:

  • Funktionsprüfung aller Bauteile
  • Druckprüfung
  • Austausch verschlissener Teile
  • Dokumentation mit Prüfplakette

Benötigen Sie Beratung?

Wir helfen Ihnen bei der Auswahl der richtigen Feuerlöscher für Ihr Gebäude und übernehmen die regelmäßige Wartung.

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